Am Dienstag Abend waren wir, wie seit mehr als ein Jahrzehnt üblich, wieder zu einem Heimspiel unseres BVB ins Westfalenstadion gefahren und wollten einen schönen Fußball-Abend erleben. Es war eigentlich alles angerichtet. Flutlicht und BVB, diese beiden Faktoren lassen mein Herz höher schlagen. Dazu ein Gegner mit einer langen Tradition, viel Fanpotenzial und den schönsten Vereinsfarben der Welt. Was will man als Fußballfan mehr.
Die Hinfahrt gestaltete sich ganz ok, man wunderte sich allerdings wieso man zu einem Spiel unter der Woche weit ab vom Schuss parken musste und selbst der Parkplatz am Hilton voll war, aber dies lag allein daran, das A) ein kompletter Parkplatz wegen eines Zirkusses belegt war und B) die Gäste mit sehr vielen Bussen und Autos angereist waren. Der Gang zum Stadion verlief aus unserer Sicht relativ friedlich, die ersten Anzeichen für ein “Risikospiel” zeigten sich uns nur auf den Zugängen zum Stadion, weil auf den Wegen durch massive Polizeipräsenz versucht wurde, die Fangruppen beider Lager zu trennen.
Vor dem Stadion an der Nordtribüne dann ein Bild was ich selbst bei den Derbys gegen unseren geliebten Feind aus Gelsenkirchen so noch nicht gesehen habe. Wasserwerfer kenne ich ja schon (schlimm genug) aber Hunderte Polizisten in voller Schutzausrüstung die den Weg in das Stadion abschirmen und für Ruhe sorgen bereitet einem keine, aber so gar keine Freude mehr. Am Eingang zur Nordtribüne war allerdings von einem “Risikospiel” nix mehr zu sehen. Der Ordner tastete mich noch nicht einmal ab. Ich meine, ich bin jetzt kein Randale-Fan oder so, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein können. So darf sich der Veranstalter nicht wundern, das verbotene Gegenstände ins Stadion kommen. Aber ich schweife ab. Auf dem Weg zu unseren “Stammplätzen” auf der Süd alles ruhig. Oben angekommen hat man erstmal den Überblick über das Stadion genossen und da muss man mal sagen:
– Die Masse der Dresdener Fans war beeindruckend, hier
kann im Stadion nur Bayern oder Gelsenkirchen
mithalten.
– Die Organisation der Fans und deren Lautstärke war
richtig gut. Selten, eigentlich bisher noch nie, so einen
Support auf der Gästeseite in unserem Stadion erlebt
Als dann die Durchsagen kam, das das Spiel später anfing haben wir uns weniger dabei gedacht, als die ersten Bengalos angezündet wurden und aufs Spielfeld flogen war es aus meiner Sicht zuviel des guten. Aber die in meinen Augen schlimmsten Sachen kamen ja noch. Ich kann nicht verstehen, wie man alles was nicht niet und nagelfest ist auf die Polizisten / Ordner werfen kann. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man Kinder und ältere Menschen “jagen” kann und ich kann nicht nachvollziehen wie man von einem Oberrang Feuerwerkskörper auf die eigenen Fans bewusst schießen kann… Nach dem Spiel wurde die Strobelallee komplett abgeriegelt von der Polizei, man musste entweder warten oder einen Meilenweiten Umweg gehen um zum Parkplatz zu kommen.
Das sind Faktoren die gehen gar nicht. Und ich verstehe auch, das die Polizei und der Verein / die Vereine mit aller Macht und zur Not auch mit Gewalt gegen diese Gewaltbereiten vorgehen. Es kann nicht sein, das man durch solche Idioten Angst haben muss sich ein Spiel (und es nichts anderes als ein Spiel) ansehen zu können. Ich gebe zu, das ich Bengalos schön finde und Pyrotechnik (sinnvoll abgebrannt) toll aussieht, aber es ist Feuer und Hitze und Rauch und die Gefahren überwiegen die Vorteile bei weitem. Ich finde es aber auch eine Frechheit, das ein paar Idioten auf der Südtribüne den gleichen scheiß machen und auch Sachen machen die Blöd, Sinnlos, Körperverletztend und Idiotisch sind. Diese sind aber meist auch die, die wenn Vereine gegen sowas aufgrund von Vorfällen vorgehen müssen, am lautesten schreien das Ihnen geliebte Freiheiten genommen werden. Diese Personen sind selbst schuld und ich finde die Strafen für solche Leute können nicht hoch genug sein.
Um einen gerechten Weg zu finden bin ich grundsätzlich für folgende Änderungen:
– personalisierte Eintrittskarten
– absolutes Vermummungsverbot
– Verbot von sämtlicher Pyrotechnik
– Ausbau des Bargeldlosen Zahlungsverkehrs in deutschen Stadien mit einem
einheitlichem System
Wer nichts zu verbergen hat kann auch mit seinem Namen und mit seinem Gesicht zu Aktionen stehen. Alle anderen haben bei friedlichen Sportveranstaltungen nichts zu suchen. Bei Nichteinhaltung von Regeln sollte es eine sinnvolle Strafregelung geben:
1. Verstoß = Verwarnung
2. Verstoß = Sperre der Karte für ein Spiel (Bundesweit)
3. Verstoß = Sperre der Karte für 3 Spiele (Bundesweit) und Androhung zum Verlust der
Dauerkarte / der Kaufberechtigung
4. Verstoß = Verlust der Karte und Verlust von Vorkaufsrechten
Da es sich auch bei Einzelkäufen um personalisierte Karten handeln würde wäre im heutigen Zeitalter der PC Systeme eine schnelle Überprüfung möglich.
Nur durch harte Strafen können solche Sachen wie Dienstag verhindert werden.